Schließen

Sophie Zepnik und Anna Souvignier von hejhej-mats © Christin Schwarzer Photography

hejhej-mats schaffen komplett nachhaltige Yoga-Produkte

Mit einer durch und durch nachhaltigen Idee einer vollkommen recycleten Yogamatte haben es Anna Souvignier und Sophie Zepnik geschafft, ihr Produkt in kurzer Zeit in den Handel zu bringen. Wir haben mit Sophie über Ziele gesprochen und wollten wissen, wie sie die Produktion der Closed-Loop-Matte in Angriff genommen haben.

Sophie, wie kommt man auf die Idee, nachhaltige Yogamatten herzustellen?

Anna und ich haben in Schweden Nachhaltigkeitsmanagement studiert und 2017 unseren Master in Malmö gemacht. Schweden ist in Sachen Nachhaltigkeit Vorreiter. Uns hat die enge Naturverbundenheit der Menschen imponiert, das nachhaltige Denken ist dort schon mehr im Alltag angekommen als beispielsweise in Deutschland. Coffee-to-go war damals schon nicht angesagt, Mülltrennung wird wirklich ernst genommen. Wir können uns damit total identifizieren. Die initiale Idee, Yogamatten anzubieten, die einfach keine giftigen Kunststoffe enthalten, kam uns dann in Schweden auf einer konsumkritischen Ausstellung, bei der eine türkische Künstlerin mit ihrem Kunstwerk Yogis anprangerte.

Wo seid ihr mit hejhej mats gestartet?

Ein Teil meiner Familie und viele Freunde leben in Nürnberg. Anna hat vorher in Hamburg gewohnt und am Anfang von hejhej arbeiteten wir zuhause oder in Cafés, Bibliotheken oder Co-Working Spaces, also da, wo es etwas Platz und WiFi für uns gab. Nach einiger Zeit wollten wir einen festen Platz für uns und da kamen wir auf den Zollhof in Nürnberg. Ich kannte bereits einige Leute da. Also traten wir mit ihnen in Kontakt und stießen sofort auf viel Hilfsbereitschaft und Unterstützung. Dort ist immer jemand da, mit dem wir uns austauschen können und produktives Feedback erhalten.

"Uns hat die enge Naturverbundenheit der Menschen imponiert, das nachhaltige Denken ist dort schon mehr im Alltag angekommen als beispielsweise in Deutschland."

Ihr habt vergleichsweise schnell angefangen, Umsätze im Handel zu generieren – wie habt ihr euch zu Beginn finanziert?

Für die Produktion unserer ersten Yoga-Matten haben wir eine Crowdfunding-Kampagne gestartet und zum Glück waren viele Leute begeistert von unserem Vorhaben, sodass wir unser Ziel erreichten. Wir möchten gesund, langsam, einfach organisch wachsen und finanzieren uns selbst. Unsere Kampagnen kamen glücklicherweise so gut an, dass wir einige Vorbestellungen erhielten, dadurch konnten wir schon etwas Umsatz generieren. Dann kamen plötzlich verschiedene Shops auf uns zu und wollten mit uns zusammenarbeiten. Das war ein super Schub nach vorne und so gibt es unsere Produkte jetzt bereits in mehr als zehn Stores in Deutschland und einigen in den Niederlanden, Österreich und der Schweiz. Unser Fokus liegt aber auf unserem eigenen Online-Store.

Wie baut man sich als junges Unternehmen einen guten Kontakt zum Handel auf?

Wir hatten das Glück, dass die Stores auf uns zukamen. Sie haben von uns gelesen oder haben durch andere Kooperationen und unsere Crowdfunding-Kampagne von uns erfahren. Auch zwei Hotels benutzen bereits unsere Matten, sodass Gäste sie gleich vor Ort bei einer Yoga-Session ausprobieren können.

"Wir möchten gesund, langsam, einfach organisch wachsen und finanzieren uns selbst."

War es schwer Produktionsstätten zu finden, die eure Matten so herstellen, wie ihr sie möchtet?

Anna und ich waren leider beide nicht vom Fach als es darum ging, wie genau wir unsere Matte realisieren könnten. Das war schon eine Herausforderung und wir recherchierten eine ganze Menge. Wir sprachen mit Experten aus verschiedenen Bereichen, suchten nach Produktionsstätten, die unseren Ansprüchen auch komplett entsprachen, und besuchten dazu jede Adresse, die in Frage kam. Zum Glück haben wir dann tolle Unternehmen gefunden. Wir helfen selbst immer wieder bei der Produktion mit, um auch noch mehr zu lernen und uns inspirieren zu lassen. Hier in Nürnberg arbeiten wir dazu mit zwei Werkstätten zusammen, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Es ehrt uns sehr, dass sie unsere Produkte sehr mögen und so tolle Arbeit für uns leisten. Auch dort sind wir regelmäßig und tauschen uns mit unseren Helfern aus.

"Wir helfen selbst immer wieder bei der Produktion mit, um auch noch mehr zu lernen und uns inspirieren zu lassen."

Was sind eure nächsten Ziele?

Langsam aber stetig wachsen. Wir möchten die Marke für nachhaltige Yoga-Produkte werden. Bisher sind wir zum größten Teil in Deutschland verbreitet, der nächste Schritt ist der europäische Markt.

Was zeichnet für dich als Gründerin Nürnberg aus?

Nürnberg ist einfach schön, ich habe einfach eine Bindung zu der Stadt. Gerade für Gründer ist Nürnberg sehr attraktiv. Man geht hier mit seiner Idee nicht so unter, die Szene ist kleiner und das Netzwerk persönlicher und sehr hilfsbereit. Hier kann man die Start-up-Szene noch mitgestalten. Das stelle ich mir in großen Städten mit einer viel größeren Szene, wie zum Beispiel Berlin, schwieriger vor. Das Umfeld und die Umgebung passen hier perfekt zu uns.