Gegründet 2018 direkt nach der Uni, ist air up heute ein Global Player. Doch der Weg zum Erfolg war kein Selbstläufer, sondern das Ergebnis von Mut, dem richtigen Netzwerk und einer steilen Lernkurve.
Lena, von Konfuzius soll der Satz stammen „Ein Weg entsteht, wenn man ihn geht“. Du bist diesen Weg bisher sehr erfolgreich gegangen. Standen dir Hürden im Weg, von denen viele Start-ups berichten?
LJ: Aber klar, auf jeden Fall! Wir hatten die gleichen Probleme: von vielen erfolglosen Gesprächen für die Platzierung unseres Produkts bis hin zur Finanzierung. Da sind wir keine Ausnahme.
Was war in deiner Erinnerung die größte Hürde?
LJ: Die erste und vielleicht auch entscheidende Hürde war die Entscheidung, überhaupt zu gründen. Ursprünglich war das nämlich gar nicht unser Plan. Tim (Jäger, Mitgründer, Anm. d. Red.) und ich kommen aus dem Produktdesign und hatten während unseres Studiums die Idee für air up. Damit war aber keine Ambition verbunden, ein Unternehmen zu gründen. Das ist ja für Produktdesigner auch eher untypisch. Wir haben uns in unserem Netzwerk umgehört, weil wir unsere Idee anbieten wollten. Ein alter Freund meinte dann, „Mensch, das müsst Ihr selbst machen“. Wir hatten aber keine Ahnung, wie. Er hat uns an die TUM „vermittelt“, damit wir dort unsere Idee vorstellen.
YS: Im Nachhinein war das vielleicht sogar ein entscheidender Aspekt: Ihr seid ja von Anfang an sehr gut beraten gewesen.
LJ: Das ist richtig. Damit haben wir viele Fehler vermeiden können, aus denen andere auf die harte Tour lernen müssen. Und trotzdem war es längst kein Selbstläufer. Es gab zum Beispiel damals schon einen ausgeprägten Gesundheitstrend und wir dachten, dass wir das Produkt haben, das perfekt zu diesem Trend passt – und dann läuft´s.
War aber nicht so?
LJ: Nein. Am Ende zwar schon, ich erinnere mich aber noch genau an die vielen erfolglosen Gespräche, die wir geführt haben, um unsere Prototypen vorzustellen.
Habt ihr auch mal daran gedacht, hinzuschmeißen?
LJ: Aber ja – und mehr als einmal. Im Nachhinein sieht man ja immer nur, was geklappt hat. Diese Phase, von der wir gerade sprechen, war äußerst mühsam. Auch wenn das Produkt noch nicht auf dem Markt war, hatten wir ja schon einige Partner mit an Bord, die an unsere Idee geglaubt haben. Und auch an uns. Die haben uns also einen Vertrauensvorschuss gegeben - die wollten wir auf keinen Fall enttäuschen.
YS: Und das habt ihr ja auch nie.
LJ: Nein, haben wir nicht. Aber selbst diese uns wohlgesonnenen Partner mussten wir immer wieder neu überzeugen. Und das ist auch wirklich ganz zentral: Die Partner, die mit an Bord sind, müssen an die Idee glauben. Das gilt umso mehr, wenn es, wie in unserem Fall, eine Innovation ist, auf der die ganze Idee beruht - also etwas, das es so bisher nicht gab.
Generell haben wir in so ziemlich jeder Phase unserer bisherigen Entwicklung davon profitiert, dass in unserem unmittelbaren Netzwerk ganz unterschiedliche Perspektiven und Talente vorhanden waren. Die haben nicht nur mentale und seelische Unterstützung geleistet, sondern haben auch Lösungsansätze gesehen, die wir sonst nicht gesehen hätten. (...)
Letzte Frage: Was habt ihr unterschätzt und welchen Tipp würdet ihr einem Start-up geben?
Ich glaube, ich habe wirklich unterschätzt, wie anstrengend es wird. Und es hört nie auf. Mit Tipps halte ich mich ein wenig zurück, weil andere Branchen auch andere Anforderungen haben. Daher kann ich nur sagen, was ich für mich und uns mitgenommen habe: Man muss bereit sein zu scheitern. Nur dann traut man sich auch, immer weiter auszuprobieren. Und man muss permanent am Ball bleiben. Der Erfolg heute ist keine Garantie für den Erfolg morgen.
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