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Neuer Liquid-Biopsy-Test von Exosome vermeidet unangenehme Prostata-Biopsien

Münchner Unternehmen bietet Liquid Biopsy-Test an

Im Jahr 2020 starben in der Europäischen Union etwa 78.000 Männer an Prostatakrebs. Damit ist Prostatakrebs die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern nach Lungen- und Darmkrebs. Nach Zahlen, die in den Annals of Oncology vorgestellt wurden, sind die Todesfälle in Westeuropa rückläufig, während sie in Osteuropa zunehmen.

Die altersspezifische Sterblichkeitsrate (ASR) bei Prostatakrebs variiert in Europa sehr stark. In Deutschland und dem Vereinigten Königreich liegt die ASR bei 11 pro 100.000 Männern.

Die Diagnose Prostatakrebs kann für Männer eine beängstigende Zeit sein, besonders in einer Zeit, in der Termine und Behandlungen abgesagt wurden. Der derzeitige Goldstandard für die Prostatakrebsdiagnose – die Nadelbiopsie – spiegelt das molekulare Profil des Gewebes angesichts von Entnahmefehlern, komplexer Tumorheterogenität sowie einer 25- bis 50-prozentigen Falsch-negativ-Rate oft nicht richtig wider. Außerdem hat der relative Mangel an PSA-Spezifität für Prostatakrebs zu einer Überdiagnose von klinisch unbedeutendem Prostatakrebs geführt.

Exosome Diagnostics, ein Münchner Unternehmen, bietet nun in Europa einen Liquid Biopsy-Test an, der viele unangenehme und möglicherweise unnötige Biopsien vermeiden wird.

Mikkel Noerholm, Head of European Operations Exosome Diagnostics: Der Exosome-Test ist der weltweit erste diagnostische Test in der klinischen Praxis, der Biomarker verwendet, die aus Exosomen und extrazellulären Vesikeln stammen. Exosomen sind etwa 30 bis 90 nm große Vesikel, die von Zellen im Körper in die Umgebung abgegeben werden und in Bioflüssigkeiten wie Blut und Urin landen. Sie werden von vielen verschiedenen Zellen gebildet, darunter Lymphzellen, Blutplättchen und Tumorzellen, und enthalten eine Vielzahl von Makromolekülen wie Proteine und genetisches Material. Deshalb untersuchen wir bei Verdacht auf Prostatakrebs die Exosomen im Urin.”

Ein ausführliches Interview mit Mikkel Noerholm gibt es hier nachzulesen.