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Gründerin Andrea Pfundmeier: „Wir wollen mit Boxcryptor erste Wahl für jede Person sein, die ihre Daten in der Cloud sichern möchte, ohne dabei auf Sicherheit verzichten zu müssen.“ © Secomba GmbH

Verschlüsselungslösung für die Cloud: Secomba

Die Secomba GmbH aus Augsburg ist das Unternehmen hinter der Cloud-Verschlüsselungslösung Boxcryptor. Mit ihrem Mitgründer Robert Freudenreich hat Andrea Pfundmeier 2011 die Secomba GmbH gegründet, um Boxcryptor zu entwickeln und zu vermarkten. Auf die Idee für Boxcryptor kam das Team während sie an einer ganz anderen Idee zur Gründung arbeiteten. Ihnen war damals das Abspeichern von Dateien in einer gemeinsamen Dropbox zu unsicher. Kurzerhand entwickelte Robert eine erste simple, aber schon sehr sichere Verschlüsselung für den von den Gründern genutzten Cloudspeicher. Nachdem sie diese Verschlüsselung einigen Bekannten gezeigt hatten und sehr gutes Feedback dafür bekamen, wurde ihnen klar, dass dies die Idee für ihre Gründung sein sollte.

„Wir möchten Menschen ermöglichen von neuen Technologien zu profitieren und trotzdem die Kontrolle über ihre Daten zu behalten.“

Andrea, was ist das Potential eurer Technologie – wo wollt ihr damit hin?
Mit Boxcryptor bieten wir bei Secomba eine sichere Ende-zu-Ende Verschlüsselung für Cloudspeicher an. Boxcryptor verschlüsselt lokal, auf dem Gerät des Nutzers die Datei mit einer starken AES-256 Verschlüsselung, bevor diese in die Cloud synchronisiert wird. Die Datei kann auch nur lokal und mit dem Passwort des Nutzers entschlüsselt werden. Weder irgendein Dritter noch Secomba vermögen somit zu irgendeinem Zeitpunkt auf die Dateien des Nutzers zuzugreifen. Nur der Nutzer selbst kann dies mit seinem Passwort tun. Wir möchten Menschen ermöglichen von neuen Technologien zu profitieren und trotzdem die Kontrolle über ihre Daten zu behalten.

Wo steht Secomba aktuell in seiner Entwicklung – und welche Themen wollt ihr noch angehen?
Unsere Software ist in den 8 Jahren seit unserer Gründung der Secomba natürlich ständig weiterentwickelt worden. Nach einer vollständigen Überarbeitung unserer Software „Boxcryptor Classic“ und einer damit einhergehenden Umstellung unseres Geschäftsmodels, haben wir die Software allen neuen Entwicklungen, sowohl technischer als auch rechtlicher Natur, angepasst. In den letzten Jahren ist bei uns die Weiterentwicklung unserer ursprünglich für Privatpersonen konzipierten Software für Firmen- und Unternehmenskunden in den Vordergrund gerückt. Wir wollen auch bei großen Unternehmen die erste Wahl für Verschlüsselung von wertvollen und sensiblen Daten werden.

Wie sieht denn euer Kern- Gründerteam aus?
Mein Mitgründer Robert Freudenreich und ich haben uns nach unserem Studium gemeinsam auf die Reise Gründung begeben. Während ich Wirtschaftsrecht studiert habe, ist er ein studierter Informatiker. Somit haben wir einen unterschiedlichen, aber für die Gründung eines IT-Unternehmens sehr gut kompatiblen Background. Themen wie Marketing, Sales und die rechtlich/administrativen Tätigkeiten, liegen als CEO in meiner Verantwortung. Robert ist als CTO für die Entwicklung und Betreuung der Software verantwortlich. Allerdings vermeiden wir beim Thema Verantwortlichkeit ein „Silo-Denken“ und versuchen uns in allen Bereichen gemeinsam zu entscheiden. Immerhin ist es auch unsere gemeinsame Gründung.

Welche großen Entwicklungsschritte gab es bei euch?

Ein wichtiger Moment war die Entscheidung von einer einmaligen Gebühr für unsere Software auf das Abo-Modell umzusteigen. In den ersten beiden Jahren haben wir schnell gemerkt, dass eine einmalige Gebühr für die Nutzung der Software nicht unserem tatsächlichen Aufwand entspricht – wir mussten das Produkt stetig weiterentwickeln und davon haben auch die Nutzer profitiert. Daher entschieden wir uns 2013 dafür, für unsere Software eine Jahresgebühr zu verlangen. Sowohl strategisch als auch finanziell war das eine sehr bedeutende Entscheidung für uns.

Welche Rolle spielt dabei euer Investor?
Die Entscheidung, Investoren an Board zu holen, haben wir relativ früh getroffen. Uns war von Anfang an klar, dass wir nur Erfolg haben werden, wenn wir das Produkt schnell im Markt – und das weltweit – platzieren können. Auch wenn wir fast von Anfang an erste – geringe – Umsätze generiert hatten, reichten diese Umsätze nicht um das Team entsprechend schnell zu vergrößern. Dass wir dabei Unternehmer gefunden haben, die ein ähnliches Mindset haben wie wir und uns in jeglicher Hinsicht bei unseren unternehmerischen Entscheidungen unterstützen, hat die Entscheidung für unsere Investoren leicht gemacht.

Mit welchen Herausforderungen habt ihr in eurer Unternehmensgeschichte gekämpft – und auf welche Leistung seid ihr besonders stolz?
Gründen ist immer eine Entscheidung mit vielen Herausforderungen und auch einigen Risiken. Eine Herausforderung war und ist für uns, das passende Personal zu finden. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir ein sehr diverses und langlebiges Team haben. Viele unserer Angestellten begannen bereits während ihres Studiums bei uns als Werkstudenten und wurden später fest übernommen. Wir sind außerdem sehr stolz auf den guten, freundschaftlichen Umgang des gesamten Teams untereinander.

Welche Vorteile (und Nachteile) hat der Standort Augsburg für euch?
Der Standort spielt eine große Rolle für uns. Zum einen, weil wir beide hier sowohl beruflich, als auch privat verwurzelt sind. Zum anderen, weil der Standort Augsburg ein wirklich attraktiver Standort für die Gründung ist. Wir haben hier viel Unterstützung erhalten, finden hier guten Nachwuchs für ein nachhaltiges Firmenwachstum. Schwierig ist es für uns aufgrund des Standorts leider nur, Fachkräfte mit Erfahrung anzulocken, da diese oft lieber ins naheliegende München wechseln möchten.
www.boxcryptor.com

Diese Institutionen, Fördermöglichkeiten und Wettbewerbe haben Secomba besonders geholfen:

  • Der Sieg beim Deutschen Gründerpreis 2014 hat dem damals noch sehr jungen Unternehmen Secomba wichtige Impulse gegeben, die die Firma lange Zeit tragen sollte.
  • Durch das Secomba-Büro im Augsburger aiti Park sind sie gut mit anderen jungen IT Unternehmen vernetzt.
  • Andrea ist Mitglied im IHK Vorstand für die Region Schwaben, das bringt zusätzliche Netzwerkknoten mit sich.
  • Auch mit der Universität Augsburg sowie der Hochschule Augsburg ist Secomba eng verbunden: viele ihrer Werkstudenten (und späteren Mitarbeiter) studieren dort.
  • Andrea empfiehlt anderen Gründern außerdem das EXIST Gründerstipendium