TM3 Software

Prof. Dr. Thomas Wölfl

Wer steckt hinter TM3 Software?

Wir waren ursprünglich ein Team aus drei Gründern, die sich am Wirtschaftsinformatik-Lehrstuhl an der Uni Regensburg kennenlernten. Damals waren wir insbesondere im Bereich Banken-Software unterwegs und wollten uns selbstständig machen. Wir hatten festgestellt, dass es viele kleinere und mittelständische Unternehmen gibt, deren Lagerhaltung und Logistik auf einer 20-30 Jahre alten Technik basiert, also ziemlich aus der Zeit gefallen. Zwar gab es sehr gute und aktuelle Software-Lösungen für Logistik, die waren allerdings auf die Industrie oder große Unternehmen zugeschnitten – für den Mittelstand kaum brauchbar und viel zu teuer. Daher lag unsere Gründungsidee auf der Hand: Wir wollten eine Software anbieten, mit der Mittelständler wirklich alle Aspekte der Logistik und Lagerhaltung managen können – gleich aus welcher Branche ein Unternehmen ist oder wie viele Lieferungen es verschickt. Mit diesem Ziel machten wir uns 2008 selbstständig. Ein goldrichtiger Zeitpunkt, denn da ging der Onlinehandel erst so richtig los.

Was genau ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Mit Blick auf die Logistik und Lagerhaltung macht es einen erheblichen Unterschied, ob ein Online-Kontaktlinsen-Shop bis zu 5 Mio. verschiedene Artikel-Kombinationen lagert und versendet oder ob ein Wein-Händler verschiedenste Weinsorten und Erzeuger in verschiedensten Kombinationen in 6er Kartons kombiniert und zum Kunden bringt. Unsere TM3-Software lässt sich in jeder Branche einsetzen – gleich welche Besonderheiten diese hat. Dabei geht es nicht nur um den Versand per Paketdienst, unsere Lösung kann auch eine eigene Lieferflotte abbilden. Dies ist beispielsweise für Händler interessant, die ihre Kunden nach dem Same Day Delivery Prinzip bedienen. Diese breite Anwendbarkeit ist wichtig, da Logistik immer komplexer wird. Zu unseren Kunden zählen Lebensmittelhändler, Sanitätshäuser, Druckereien, Apotheken, Weinhändler, Sportartikelanbieter und viele mehr.

Wer hat Euch bei der Gründung unterstützt?

Was die Entwicklung der Software angeht, so mussten wir kaum auf Hilfe zurückgreifen. Denn glücklicherweise hatten wir die Software so designt, dass diese sehr stabil läuft und sich dadurch von Anfang an eine hohe Kundenzufriedenheit aufwies. Die positiven Empfehlungen unserer Pilotkunden waren hier ein echter Türöffner. Zudem hatten wir mit der Bayern Kapital sehr früh einen VC-Investor, der uns half, die aus finanzieller Sicht schwierige Anfangszeit zu managen.

Habt Ihr an Pitches oder Businessplan-Wettbewerben teilgenommen?

Ja, wir haben vor einigen Jahren beim Businessplan Wettbewerb Nordbayern teilgenommen und in Phase 3 den dritten Platz belegt. Das war eine tolle Sache! Letztlich hat uns das Coaching in unserem Weg bestärkt.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

In der Anfangszeit war es ganz klar die Frage der Start-Finanzierung. Wenn man noch keine nennenswerten Umsätze hat, aber beispielsweise erhebliche Anwalts- oder Beraterkosten zu begleichen hat, dann ist das schon ein dickes Brett, das man bohren muss. Glücklicherweise lief unsere Software von Anfang sehr stabil. Bei Logistik gibt es kaum etwas Gravierenderes als einen Ausfall der Software. Das kann letztlich zum Stopp des gesamten Betriebs führen. Dank der Robustheit unseres Produkts konnten wir von Anfang an bei unseren Kunden Vertrauen aufbauen. Wenn es da bei den Pilotkunden nicht so geklappt hätte, dann wäre es schwieriger geworden. Und noch etwas: Als Start-up die geeigneten Mitarbeiter zu finden, ist nicht einfach – auch wenn man an einem guten Standort wie wir in Regensburg sitzt. Die Hochschulen hier sind sehr gut, aber man muss aktiv auf potentielle Mitarbeiter zugehen.

Welche Tipps sollten Neugründer unbedingt befolgen?

Was die Finanzierung angeht, so sollten sich Gründer des erheblichen Aufwands bewusst sein, den eine gute Finanzierung mit dem richtigen Partner verursacht. Bei TM3 haben wir gemerkt, wie wichtig es ist, so schnell wie möglich Kundenumsätze zu generieren, um hiervon unabhängiger zu werden. Beim Thema Mitarbeiter haben wir hervorragende Erfahrungen mit einem indirekten Ansatz gemacht: Wir haben von Anfang an nicht nur ausgebildete Informatiker gesucht, sondern beispielsweise auch Mathematiker oder Physiker. Denen haben wir die Perspektive gegeben, bei uns programmieren zu lernen, schnell eigenverantwortlich Projekte von A bis Z zu managen und im direkten, täglichen Kontakt mit den Kunden zu arbeiten. Das funktioniert ganz ausgezeichnet.

Warum habt Ihr Euch für den Standort Regensburg bzw. Bayern entschieden?

Wir haben uns hier an der Hochschule kennengelernt und die Bedingungen sind einfach gut: hervorragend ausgebildete Absolventen, eine hohe Lebensqualität und die Nähe zu großen Unternehmen sprechen stark für den Standort Regensburg. Wir haben tatsächlich mal überlegt, ob uns ein Ortswechsel weiterbringen würde. Die Antwort war aber schnell klar: Wir bleiben in Regensburg!

Welche Ziele habt Ihr für die Zukunft?

Natürlich wollen wir weiter wachsen und neue Kundengruppen erschließen. Wir haben aber auch ein sehr konkretes Ziel: 2018 werden rund drei Millionen Pakete über die TM3-Software versendet. Nächstes Jahr sollen es dann doppelt so viele sein.

Wo kann ich mehr über Euer Unternehmen erfahren?

Im ersten Schritt natürlich über unsere Webpage www.tm3-software.de. Auch könnt Ihr gerne unsere Kunden fragen, mit denen wir eng und langfristig zusammenarbeiten. Die kennen uns sehr gut. Auch auf Messen wie der Internet World Expo in München sind wir regelmäßig zu treffen.

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