Reactive Robotics

Reactive Robotics wurde von Dr. Alexander König gegründet. Nach seinem Studium der Elektrotechnik am Georgia Institute of Technology, einer Promotion im Bereich der Rehabilitationstechnik an der ETH Zürich, sowie Forschungstätigkeiten im Bereich des motorischen Lernens an der Harvard Medical School in Boston, entschied er sich für seine Heimat München als Gründungsort. Im Interview erzählt er von seinem Weg als Gründer.

Wer steckt hinter Reactive Robotics?

Seit der Gründung im April 2015 sind wir zu einem 16-köpfigen Team herangewachsen. Anfangs holte ich vor allem talentierte Maschinenbauer ins Boot, um die Entwicklung des Prototyps voranzutreiben. Mein Netzwerk riet mir aber auch dazu, frühzeitig an die Softwareentwicklung zu denken, was sich als wertvolle Empfehlung erwies: Heute beschäftigen wir fünf Softwareexperten in Vollzeit - und das, obwohl wir eigentlich ein Hardware-Produkt entwickeln.

Was genau ist das Besondere an Deiner Geschäftsidee?

Wir verbessern mit intelligenter Robotik die Frühmobilisierung von Intensivpatienten. Alleinstellungsmerkmal unserer Technologie ist die Befestigung der robotischen Module direkt am Krankenbett schwerstbetroffener Patienten. Der risikobehaftete Transfer auf ein anderes Therapiegerät entfällt, für den ansonsten mindestens zwei Pflegekräfte benötigt würden. Die Robotik übernimmt die körperliche Schwerstarbeit der Therapie, wodurch sich die Pflegekraft intensiv um den Patienten kümmern kann. Dies bindet zum einen weniger Personalressourcen, die damit anderen Patienten zugutekommen, zum anderen befördert die robotisch unterstützte Frühmobilisierung eine schnellere Genesung, wodurch die Krankenhäuser Kosten sparen - eine Win-win-Lösung.

Wer hat Dich bei der Gründung unterstützt?

In der Anfangsphase und Konzeptentwicklung war mir das ESA-BIC eine große Hilfe, das Business Incubation Center der European Space Agency. Auch BayStartUP und die UnternehmerTUM haben mir geholfen. In den folgenden Finanzierungsrunden hatten wir das Glück, jeweils den richtigen Investor und damit die passende Unterstützung für jede Unternehmensphase zu finden. Ob durch Kapitalstärke, medizinisches Know-how oder ihr Netzwerk - alle Investoren haben entscheidend zur Weiterentwicklung von Reactive Robotics beigetragen. Neben ESA-BIC zählen inzwischen auch MTIP MedTech Innovation Partners, der HighTech Gründerfonds, Bayern Kapital, die TQ-Group und die Dr. Doll Holding GmbH zum Investorenkreis.

Hast Du gemeinsam mit Deinem Team an Pitches oder Businessplan-Wettbewerben teilgenommen?

Zweimal am Münchener Businessplan Wettbewerb von BayStartUP, und zweimal mit Auszeichnung! Ich denke, dass wir uns auch deshalb gegen viele Konkurrenten durchsetzen konnten, weil wir uns das ehrliche Feedback und die Kritikpunkte an unserem Businessplan zu Herzen genommen und viele Verbesserungsvorschläge direkt umgesetzt haben. Das half uns sehr weiter, und dass wir letztlich in der dritten Runde den 2. Platz sichern konnten, macht uns nach wie vor sehr stolz.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Du auf Deinem Gründungsweg überwinden musstest?

In einem streng regulierten Markt wie der Medizintechnik ist der Weg bis zum Markteintritt besonders lang. Man muss unbedingt dafür sorgen, dass ausreichend Ressourcen und Kapital zur laufenden Finanzierung zur Verfügung stehen. Die besondere Herausforderung liegt darin, Investoren von einem Produkt zu überzeugen, das noch keine Marktzulassung hat. Dass es sich bei uns um ein Hardware-Produkt handelt, in das man erst einmal zwei bis drei Jahre Forschung und Entwicklung stecken muss, macht die Sache nicht eben leichter. Eine weitere Hürde liegt im Recruiting, denn insbesondere Softwareentwickler sind stark gefragt, und wir konkurrieren mit großen Konzernen um die guten Leute. Und nicht zuletzt haben es die regulatorischen Anforderungen in sich: Für uns kommen auf eine Stunde Entwicklung zweieinhalb Stunden Dokumentation. Das ist nicht nur mühsam, sondern kostet ebenfalls viel Zeit und damit Ressourcen.

Hast Du Tipps für Neugründer?

  1. Lasst euch nicht von der Komplexität einer Aufgabe abschrecken!
  2. Redet mit so vielen Leuten wie möglich! Die Angst, jemand könnte eure Idee klauen, ist unbegründet. Aus meiner Erfahrung nutzt der Austausch immer.
  3. Lasst euch helfen und nutzt bestehende Netzwerke!

Warum hast Du Dich für den Standort München bzw. Bayern entschieden?

Deutschland ist einer der größten Medtech-Märkte und ich kenne mich mit dem hiesigen System am besten aus. Für den Standort München habe ich mich entschieden, weil ich gebürtiger Münchner bin und hier am stärksten vernetzt bin. Außerdem gibt es in München erstklassige Unis, und von denen kommen bekanntermaßen sehr gut ausgebildete Leute.

Welche Ziele hast Du gemeinsam mit Deinem Team für die Zukunft?

Der nächste, ganz große Meilenstein wird es sein, unser Produkt im dritten Quartal 2018 auf den Markt zu bringen. Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Längerfristig wollen wir auch international expandieren.

Wo kann ich mehr über das Unternehmen erfahren?

Mehr Infos zu uns und zu unserem Produkt, gibt es auf unserer Website, die wir in den kommenden Monaten noch stark ausbauen wollen. Bald werden wir dort zum Beispiel auch Videos und News rund um das Thema Frühmobilisierung einstellen. Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall!

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