Mecuris

Wer steckt hinter Mecuris?

Wir sind ein recht großer Kreis von sechs Gründern:

  • Manuel Opitz, 30, CEO; Wirtschaftsingenieur, MBA, Erfahrung in Marketing, Medizintechnik und additiver Fertigung
  • Wolf-Peter Werner, 45, CFO; Bankkaufmann, MBA; Erfahrung in Finanzierung und Management
  • Jannis Breuninger, 35, Dipl.-Designer; Leiter Konstruktion, präsentierte 2007 die erste 3D-gedruckte Oberschenkelprothese der Welt, Buchautor und Dozent für Design im 3D-Druck
  • Felix Gundlack, 33, Dipl.-Informatiker; Leiter Softwareentwicklung, Schwerpunkt medizinische Bildverarbeitung, Industrieerfahrung bei Siemens Healthcare
  • Frank Preuss, 45, Lic. Oec; Leiter Vertrieb, Serial Entrepreneur, Gründer div. Startups u.a. Dentaltechnik, 3D-Scan
  • Dr. Simon Weidert, 38; Medical Advisor, Unfallchirurg, Gründer von 2 Startups in der Medizintechnik

 

Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Ausgangspunkt war ein Treffen beim 3D-Printing Cluster (inzwischen MUST 3D Printing). Im Laufe von fast zwei Jahren hat sich dann das Team gefunden. Während einige Gründungsinteressierte abgesprungen sind, kamen weitere hinzu, bis schließlich ein Team stand, dass an eine gemeinsam Vision glaubte und in dem alle erforderlichen Kernkompetenzen abgebildet sind.

 

Was genau ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Mecuris bietet medizinische Hilfsmittel, die an jeden einzelnen Patienten individuell angepasst werden. Dies ist deshalb so besonders, weil es in der Praxis heutzutage leider meistens doch noch umgekehrt läuft: Es gibt ein Hilfsmittel in verschiedenen Größen und der Patient muss in eine davon hineinpassen.
Noch wichtiger ist aber, dass wir unsere Produkte vollständig neu 3D-gerecht konstruieren, also nicht einfach ein bestehendes Produkt in 3D-Druck herstellen. Diese Neukonstruktion ist ein Dienst, den wir jedem Orthopädietechniker anbieten. Unsere eigenen Entwicklungen sind lediglich der Anfang einer langen Reihe von kooperativen Entwicklungen für die Versorgungsvielfalt der Zukunft.

 

Wer hat Euch bei der Gründung unterstützt?

Uns hat eine ganze Reihe von Unterstützern unter die Arme gegriffen. Zum einen das bereits genannte MUST 3D Printing, eine Initiative der Münchener Entrepreneurship-Center und der Firma EOS für industriellen 3D Druck. Ebenso die LMU München und insbesondere deren Klinikum, BayStartUP mit den zahlreichen Netzwerk-Veranstaltungen und natürlich der Freistaat Bayern und die Regierung von Oberbayern, die sich um attraktive Standortbedingungen bemühen. Hier ist z.B. der „Start?Zuschuss!“ eine großartige Hilfe.
Unsere größten Unterstützer sind jedoch unsere ersten Kunden (Sanitätshäuser) und deren Kunden (Prothesen- und Orthesenträger), die uns viel Vertrauen geschenkt haben und unsere Entwicklung durch großartiges Feedback ständig vorantreiben.

 

Habt Ihr an Pitches oder Businessplan-Wettbewerben teilgenommen?

Ja, zum Beispiel an BayStartUPs Münchener Businessplan Wettbewerb und am Science4Life Wettbewerb. Außerdem haben wir ein paar Wettbewerbe gewonnen, die gar nicht auf Startups fokussiert sind:

  • Die Purmundus Challenge, einen internationalen Wettbewerb zum 3D-Design, haben wir mit unserem Kinderfuß „FirStep“ gewonnen.
  • Die 3D Pioneers Challenge, einen Wettbewerb für additive Fertigung, haben wir 2017 mit unserer Halswirbelsäulen-Orthese, 2016 mit unserer Pangolin-Designprothese im Bereich Medizintechnik gewonnen.
  • und seit neuestem sind wir auch Gewinner beim „Land der Ideen“, eine Initiative der  Bundesregierung und BDI.

Solche Wettbewerbe sind immer gute Gelegenheiten, um mit anderen Interessierten ins Gespräch zu kommen und mit wenig Budget Sichtbarkeit am Markt zu erreichen. Allerdings können wir nicht mehr alle Einladungen wahrnehmen, da wir uns auch auf unser alltägliches Geschäft konzentrieren müssen. 

 

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Es gab viele Schwierigkeiten die alle Gründer haben: Mitstreiter finden, Kunden überzeugen, Investoren finden. Was man auch gerne unterschätzt, ist der mentale Sprung von F&E hin zur Produktion. Das ist ein stetiger Prozess, an dem wir noch immer arbeiten. Aber auch das Luxusproblem eines schnell wachsenden Teams: Das heißt immer wieder Änderungen im Arbeitsprozess oder auch nur das banale Gefühl, jeden Monat größere Räume zu brauchen. Das ist nicht einfach, denn wir brauchen die räumliche Nähe zum Klinikum, flexible Bürogröße und das möglichst bezahlbar – nicht immer ganz einfach in München.

 

Welchen Tipp sollten Neugründer unbedingt befolgen?

Bildet ein komplementäres Team, mit dem Ihr alle wesentlichen Aufgaben selbst erledigen (oder zumindest beurteilen) könnt. Das ist manchmal anstrengend, weil die Meinungsbildung länger dauert, aber es lohnt sich. So kommt man zu qualitativ besseren Entscheidungen als ein Einzelkämpfer oder homogene Teams.

 

Warum habt Ihr Euch für den Standort München bzw. Bayern entschieden?

Wir profitieren sehr von diesem Standort, da es hier alles gibt: Universitäten mit Forschung und talentiertem Nachwuchs, Hilfe bei der Gründung, einen Flughafen, viele schnelle ICE-Verbindungen, Kunden in räumlicher Nähe und starke industrielle Partner. Wir lassen auch direkt in Bayern fertigen, nicht in Fernost. Das gibt uns Vorteile gegenüber anderen Herstellern, z.B. hinsichtlich Qualität und Lieferzeit. Aber natürlich spielt auch der hohe Freizeitwert eine Rolle, sowohl für uns Gründer als auch für unsere Mitarbeiter.

 

Welche Ziele habt Ihr für die Zukunft?

Wir wollen Marktführer und Synonym für „digitales Maßschneidern“ im Gesundheitsbereich werden. Wer auch immer ein individualisiertes Hilfsmittel braucht, soll zuerst an Mecuris denken. Außerdem unterstützen wir beispielsweise den IC2A (Dachverband der Amputierten-Verbände), um nahe an den Benutzern unserer Produkte zu sein.

 

Wo kann ich mehr über Euer Unternehmen erfahren?

Am besten über unseren Newsletter, erhältlich auf www.mecuris.com.
Außerdem natürlich auf unseren Social Media Kanälen wie Facebook und Twitter.

Newsletter abonnieren