green spin

Wer steckt hinter green spin? Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Das Unternehmen green spin ist ein AgTech Startup, das sich auf die intelligente Analyse großer Datenmengen (Big Data) für den Agrarbereich spezialisiert hat. Die Gründung erfolgte im September 2013 durch das Team um Clemens Delatrée, Dr. Sebastian Fritsch und Gunther Schorcht. Nach einer nebenberuflichen Konzeptionsphase konnten wir mit Hilfe von EXIST-Gründungsstipendien (EU Sozialfonds und BMWi) endlich in Vollzeit an unserer Technologie, Marktstudien und dem Businessplan feilen. Der Grundstein für die Gründung wurde rückblickend jedoch bereits mit unserer Ausbildung gelegt. Wir haben uns am Lehrstuhl für Fernerkundung der Universität Würzburg kennengelernt und frühzeitig erkannt, dass die Satellitenfernerkundung deutlich einfacher und besser als bisher in die Landwirtschaft eingebunden werden kann. Sebastian und Clemens, beide Geographen kennen sich bereits aus gemeinsamen WG-Zeiten, Gunther ist Informatiker, er promovierte gemeinsam mit Sebastian am Lehrstuhl für Fernerkundung. Clemens arbeitete nach dem Studium zunächst als Analyst einer Fernerkundungsfirma im Bereich der EU-Agrarsubventionskontrollen, später als Unternehmensberater u.a. an der Schnittstelle zwischen den großen Energieversorgern und den Biogasproduzenten aus der Landwirtschaft.


Was genau ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

green spin hat ein System entwickelt, das auf Satellitenbild-, Wetter- und anderen Geodaten basiert und ermöglicht die Pflanzenentwicklung auf jedem einzelnen Acker während der Saison räumlich genau und tagesaktuell zu erfassen. Die Software hilft Landwirtschaftsbetrieben bei minimalem Zeitaufwand diverse Maßnahmen im Ackerbau bestmöglich zu planen und umzusetzen, ohne dass dafür teure Sensorik gekauft werden muss. So kann Düngemittel nach dem tatsächlichem Nährstoffbedarf der Pflanzen mit Hilfe einer digitalen Streukarte räumlich variabel ausgebracht werden. Optimal versorgte Pflanzenbestände führen zu stabileren Erträgen. Die effiziente Ausbringung von Dünger senkt die Kosten und schützt dabei die Umwelt.


Wer hat Euch bei der Gründung unterstützt?

Bereits vor der Gründung haben uns unsere Professoren Dr. Christopher Conrad (Universität Würzburg) und Dr. Stefan Dech (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt – DLR) unterstützt. Während und nach der Gründung in Würzburg wurden wir optimal durch diverse Organisationen unterstützt. Zunächst einmal vom Servicezentrum für Forschungs- und Technologietransfer der Universität Würzburg (SFT), dem Innovations- und Gründerzentrum der Stadt Würzburg (IGZ) und von den Coaches und Organisatoren des Businessplanwettbewerbs von BaystartUP.
Die zweijährige Inkubation durch die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) im Anwendungszentrum Oberpfaffenhofen (AZO) hat uns, wie auch erreichte Startup-Förderungen von Konzernseite (Microsoft BizSpark Programm und ESRI Emerging Business Partner Programm) geholfen international Kontakte zu knüpfen. Außerdem fördert uns die Firma OVH mit Ihrem Digital Launch Pad Startup Programm. Seit ein paar Monaten sind wir Mieter im neuen Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) in Würzburg.


Habt Ihr an Pitches, Businessplan Wettbewerben teilgenommen?

Die Teilnahme an diversen Pitch-Runden und Businessplanwettbewerben war für uns sehr hilfreich, vor allem kurz nach Gründung. Es ist essentiell die Hypothesen zur Produkt- und Marktentwicklung frühzeitig an einem kritischen und erfahrenen Publikum zu testen. Das anvisierte Geschäftsmodell ist streng zu hinterfragen und als Sparringpartner liefern die Zuhörer wertvolles Feedback.
Der Gewinn des Hochschulgründerpreises und mehrere Erfolge in diversen Phasen des Businessplanwettbewerbs Nordbayern hat außerdem für wichtige Berichterstattungen über green spin gesorgt. Diese Erfolge und auch die Auszeichnung von green spin als „ausgezeichneter Ort“ im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“, hat neben green spin gewissermaßen auch unsere Förderer in und um Würzburg für Ihre großartige Unterstützung belohnt.
Da es letztendlich aber darum geht die Kundenbedürfnisse genau zu verstehen und dann entsprechend zu befriedigen wäre es riskant an jedem möglichen Businessplanwettbewerb teilzunehmen, denn Zeit ist unglaublich kostbar. Hier die Balance zwischen kurz- und langfristigen Prioritäten zu finden ist extrem wichtig, aber nicht immer ganz einfach, gerade bei der Vielzahl an Gelegenheiten, die es gibt das eigenen Unternehmen bekannter zu machen.


Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Was sich wie ein roter Faden durch die Gründungsgeschichte zieht, ist die ständige Überprüfung und Bewertung der getroffenen und noch zu treffenden Maßnahmen für die Zielerreichung. Denn nur wer mögliche Fehler schnell erkennt und entsprechend abstellt, kann rechtzeitig gegensteuern.
Wir haben uns gleich zweimal recht früh nach Gründung eher ungeplant in Beteiligungsverhandlungen wiedergefunden, die zwar eine verlockende Perspektive geboten haben, aber letztendlich weniger unsere eigenen Vorstellungen zur Entwicklung des Unternehmens berücksichtigt hätten. Dies zu erkennen, hat uns leider viel Zeit gekostet. Dennoch war diese Erfahrung wichtig für unseren Erfahrungsschatz und auch den Teamspirit.


Welchen Tipp sollten Neugründer unbedingt befolgen?

Es gibt da draußen viele Experten mit vielen Meinungen, vermeintlich hilfreichen Tipps, aber natürlich auch ureigenen Interessen. Hier die Spreu vom Weizen zu trennen, ist wichtig. Wenn man dabei mal nicht weiterkommt, kann das Bauchgefühl ein guter Ratgeber sein. Denn es gleicht blitzschnell Fakten aus dem Hier-und-jetzt mit dem eigenen Erfahrungsschatz ab, besser als es jeder Big-Data-Algorithmus könnte.
Warum habt Ihr euch für den Standort Würzburg bzw. Bayern entschieden?
Letztendlich war unser Studienort in Würzburg wohl ausschlaggebend, dass wir dort hängengeblieben sind. Keiner von uns kommt nämlich ursprünglich aus Unterfranken. Das für die Gründungsvorbereitung wesentliche Netzwerk haben wir uns dann auch zunächst hier aufgebaut. Außerdem passt unsere AgTech-Gründung recht gut in diesen vom Ackerbau geprägten Landstrich, der zudem auf Deutschland und Europa bezogen logistisch sehr zentral gelegen ist.


Welche Ziele habt Ihr für die Zukunft?

Unsere Zielsetzung ist klar. Wir wollen green spin als relevanten Akteur im AgTech-Bereich etablieren. Zunächst in Europa und da sich die Technologie sehr gut skalieren lässt, werden wir nach und nach in weitere Regionen vordringen.


Wo kann ich mehr über Eurer Unternehmen erfahren?

Auf http://www.greenspin.de/de/ und http://mofato.de/ stellen wir die Firma und unser Modern Farmer’s Tool vor, das Landwirten hilft ihre Felder effizienter zu bewirtschaften.
Gerne auch telefonisch unter +49 931 460 57 870 oder per E-Mail an .

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