fos4X

Wer steckt hinter „fos4X“?

Wir vier ursprünglichen Gründer kennen uns aus der gemeinsamen Zeit als Doktoranden am Lehrstuhl für Messsystem- und Sensortechnik der TU München. Im Rahmen der Promotionen beschäftigten wir uns mit faseroptischen Messverfahren, erkannten das Potenzial für die Industrie und entwickelten die Idee für die fos4X-Technik. Nachdem wir einige Prototypen faseroptischer Sensoren erfolgreich im Realbetrieb getestet hatten, starteten wir mit fos4X als Spin-off aus der Universität in die Selbständigkeit als Unternehmer.

Was genau ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Unsere Technik bringt in vielen Bereichen der Industrie eine deutliche Effektivitätssteigerung und reduziert gleichzeitig die Kosten. Dazu muss man wissen, dass herkömmliche elektronische Sensoren anfällig sind bei Hochspannung z. B. durch Blitzschlag und elektromagnetische Störungen. Das betrifft insbesondere Windkraftanlagen, die auch unter rauen Umweltbedingungen zuverlässig über 20 Jahre lang funktionieren müssen. Wir eliminieren diese Probleme mittels faseroptischer Verfahren, indem wir Glasfaserkabel zur Datenübertragung nutzen, welche die Lichtsignale von den Sensoren im Rotorblatt weiterleiten. Diese Signale – konkret ist es die Wellenlänge des Lichts – werden dann von einem Messgerät ausgelesen und in Befehle für die gesamte Anlage überführt. Ein konkretes Beispiel: Vereisungen im Winter sind für Windkraftanlagen ein erhebliches Problem, sowohl für die Anlage selbst als auch für die Sicherheit der Umgebung. Das Schwingungsverhalten der Rotorblätter verändert sich unter Eisansatz. Dank unserer Technik wird die Vereisung schon im Entstehen gemessen und die Anlage fährt automatisch herunter. Sobald das Eis abgetaut ist, werden die Windräder ebenso automatisch wieder hochgefahren. Die Effizienz- und Kostenvorteile unserer fos4X-Technologie hat auch die Industrie erkannt, weshalb inzwischen die meisten der Top 10-Firmen der Windenergiebranche zu unseren Kunden zählen.

Wer hat euch bei der Gründung unterstützt?

Besonders wichtig für uns waren am Anfang der High-Tech-Gründerfonds, Bayern Kapital und UnternehmerTUM – und natürlich die TU München. Zudem hatten wir Business Angels an Bord, die uns als Coaches zur Seite standen und ihr Know-how einbrachten. Diese Mischung aus Institutionen und Menschen war eine große Hilfe!

Habt Ihr an Pitches oder Businessplan-Wettbewerben teilgenommen?

Rückblickend leider nein, denn das wäre sicher eine hervorragende Sache gewesen. Allein das Feedback in solchen Wettbewerben kann Gold wert sein. Bei uns ging es aber derart schnell los, dass für die Teilnahme keine Zeit blieb – wir wollten uns gleich zu 100 % auf die unternehmerische Umsetzung stürzen, da die Kunden bereits vom ersten Moment an Interesse zeigten. Allerdings hatten wir einen guten Businessplan, dem wir auch konsequent folgten.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Jeder Gründer muss mit Nackenschlägen klarkommen, denn Probleme mit der Technik, im operativen Aufbau des Geschäfts oder auch im Team kann es immer geben. Der für uns emotional schwierigste Moment war, als drei der vier ursprünglichen Gründer ausstiegen. Zwei wollten mit einer neuen Idee eine neue Firma gründen, und der Dritte wollte zu einem Großkonzern in die Forschung. Das war zwar sehr schade, da wir seit der Doktoranden-Zeit gemeinsam durch dick und dünn gegangen waren. Aber ganz ehrlich: Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche seiner persönlichen Stärken zu welcher Phase einer Unternehmensgründung passt, und diese Ehrlichkeit muss ein Team auch aushalten und entsprechend damit umgehen. Wir haben das getan.

Welche Tipps sollten Neugründer unbedingt befolgen?

Ganz entscheidend für mich sind regelmäßige Feedbackgespräche mit dem Team. Nur so kann man rechtzeitig erkennen, ob sich Fehler oder Probleme anbahnen und frühzeitig gegensteuern. Auch Durchhaltevermögen ist sehr wichtig: Denn anfangs sind alle Gründer von großer Euphorie getragen. Den Unterschied macht es, diese Euphorie auch angesichts erster Hürden in Durchhaltevermögen zu übersetzen.

Warum habt Ihr Euch für den Standort München bzw. Bayern entschieden?

Das war einfach: Wir kommen von hier, waren an der TU München und das Umfeld war perfekt. Also haben wir nie eine Minute darauf verwendet, etwas anderes in Betracht zu ziehen. Mittlerweile ist München ja ein hervorragender Start-up-Standort gerade für die Bereiche Industrial-IoT, Maschinelles Lernen und High-Tech-Hardware. Auch der Zugang zu potenziellen Investoren ist mittlerweile gut.

Welche Ziele habt Ihr für die Zukunft?

Auf unternehmerischer Ebene wollen wir natürlich weiter erfolgreich wachsen, die Expansion ins Ausland vorantreiben und gute Mitarbeiter finden, wobei letzteres selbst in München gar nicht so einfach ist. Und wir wollen unsere Technologie als Standard etablieren – nicht nur in der Windenergie, sondern auch in anderen Industrien. Wir denken da vor allem an Hochspannungsnetze und die Luftfahrt.

Wo kann ich mehr über Euer Unternehmen erfahren?

Dafür ist unsere Webseite www.fos4x.de die beste Anlaufstation. Hier erfahrt Ihr alles über uns und unsere Technologie. Und wer weiß – vielleicht trifft man sich ja mal nach Feierabend an der Isar oder im Biergarten – dann erzählen wir gern mehr darüber, wie spannend dieses Feld ist.  

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