FAZUA

Gründen unter Freunden – so könnte das Motto des FAZUA-Gründerteams lauten. Die fünf Gründungsmitglieder kennen sich seit Kindertagen, gingen gemeinsam zur Schule und studierten in München. Drei von ihnen, Hannes Biechele, Sebastian Boß und Philipp Kalläne absolvierten ein Studium der Fahrzeugtechnik an der Hochschule München, Marcus Schlüter studierte dort Tourismusmanagement und Fabian Reuter absolvierte ein BWL-Studium an der LMU. Wir haben mit Hannes Biechele, Ideengeber, Mitgründer und CEO von FAZUA, über den langen, teils auch langwierigen Weg zum Erfolg gesprochen.

Wer steckt hinter „FAZUA“?

Als passionierter Mountainbikefahrer hatte ich schon immer großes Interesse am Radsport. Als Werkstudent konnte ich dann auch erste Erfahrungen auf Herstellerseite der Branche sammeln. Ich erkannte recht schnell, dass es für sportlich ambitionierte Fahrer wie mich noch keinen zufriedenstellenden Antrieb auf dem Markt gab – insbesondere hinsichtlich des Gewichts – und sich hier eine Chance aufgetan hatte. Entsprechend beruhte meine daraufhin sehr rasch erfolgte Patentanmeldung auch weniger auf langfristiger Planung als vielmehr auf Intuition, bei der zugegeben auch einiges Glück mit im Spiel war. Inzwischen beliefern wir mit unserem evation-Antrieb namhafte Fahrradhersteller wie Cube, Pinarello und Focus. Unser Team ist auf rund 40 Mitarbeiter angewachsen und um der großen Nachfrage gerecht zu werden, suchen wir gerade noch weitere Leute für Einkauf, Qualitätssicherung und Produktion.

Was genau ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?

Unser evation-Antrieb erlaubt ein völlig neues Gefühl beim Fahrradfahren, das irgendwo zwischen normalem Bike und E-Bike liegt. Wir lassen uns damit nicht in die klassische E-Bike-Schublade stecken, sondern sprechen vor allem diejenigen Kunden an, die ernsthaft Radsport betreiben. Unser Produkt ist klein, leicht und sexy, und wir sind ein junges und dynamisches Team – ich denke, dass diese Frische gut im Markt ankommt und uns von den „Großen“ der Branche wie Brose und Bosch abhebt.

Wer hat Euch bei der Gründung unterstützt?

Erste Nestwärme bekamen wir vom SCE (Strascheg Center for Entrepreneurship) der Hochschule München. Durch Förderprogramme wie EXIST konnten wir wichtige Kontakte zu Investoren knüpfen und der Kapitalschub aus der Seed-Finanzierungsrunde durch Bayern Kapital und den High-Tech Gründerfonds ermöglichte es uns schließlich, den Antrieb zu perfektionieren. Erst kürzlich konnten wir eine weitere Finanzierungsrunde über 6,5 Millionen Euro abschließen, bei der sich neben den beiden Altinvestoren auch Unternehmertum Venture Capital Partners und verschiedene private Investoren beteiligt haben – für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar.
Ganz besonderen Stellenwert hat für mich aber der Support durch Familie und Freunde. Es ist Gold wert, ein gutes privates Umfeld zu haben, das die Anstrengungen der Gründungsphase mitträgt. Genauso wie ehrliches Feedback und positiver Zuspruch.

Habt Ihr an Pitches oder Businessplan-Wettbewerben teilgenommen?

In der dritten Phase des Münchener Businessplan Wettbewerbs von BayStartUP  haben wir 2013 den zweiten Platz gemacht. In dieser Zeit schnitten wir in anderen Wettbewerben weniger erfolgreich ab, weshalb dieser zweite Platz eine große Überraschung für uns war, vor allem aber ein starker Motivator, unsere Pläne hartnäckig weiter zu verfolgen.
Auch die zweimalige Auszeichnung mit Gold beim Eurobike Award, der Leitmesse für Fahrrad- und Zubehörindustrie, war für uns sehr wichtig.  Wer es in der Branche schaffen will, hat Vorteile, wenn er schon einmal auf sich aufmerksam gemacht hat.

Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Die Maschinenbauentwicklung ist zeit- und kostenintensiv. Die größte Herausforderung war, Sitzfleisch zu beweisen, und zwar sowohl auf unserer Seite als auch auf Seiten der Investoren. Rückblickend war es wohl etwas naiv zu glauben, dass man nach einem Jahr Entwicklung in Serie gehen kann. Insbesondere, wenn man selbst einen derart hohen Anspruch an seine Geschäftsidee hat wie wir. Wir wollten ein Produkt, das tipptopp ist. Glücklicherweise sahen unsere Investoren das genauso.

Hast Du Tipps für Neugründer?

  1. Ein langer Atem zahlt sich aus!
  2. Man muss nicht vom Fach sein, um Erfolg zu haben. Aber man muss Leidenschaft mitbringen und das richtige Gefühl für das, was man tut!
  3. Wenn der Bauch und das Hirn sich streiten, hör auf den Bauch!

Warum habt Ihr Euch für den Standort München bzw. Bayern entschieden?

München ist Teil unserer DNA. Das hört man schon am Namen FAZUA. Aber auch die Nähe zu den Bergen ist sinnvoll für einen Hersteller von E-Bike-Antrieben – unser evation-System ist Berg-entwickelt und mehrfach -erprobt. Darüber hinaus ist die Stadt freilich ein guter Standort um Leute zu finden, wobei der Konkurrenzdruck relativ stark ist.

Welche Ziele habt Ihr für die Zukunft?

Wir stehen schon in den Startlöchern für ein neues Antriebskonzept und wollen im Segment der kleinen, leichten und versteckten Antriebe in der Oberliga mitspielen. Dazu stecken wir gerade auch mitten im Umzug in größere Räumlichkeiten.

Wo kann ich mehr über Euer Unternehmen erfahren?

Auf der Website und in unserem Newsletter. Außerdem haben wir eine Offene-Tür-Politik: Interessierte können einfach bei uns in der Marie-Curie-Straße 6 in Ottobrunn vorbeikommen. Wir freuen uns immer über Besuch!

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