Celonis

Wer steckt hinter Celonis?

Celonis wurde 2011 von Martin Klenk, Bastian Nominacher und Alexander Rinke gegründet und entwickelte sich schnell zu einem der führenden Anbieter für Process Mining, einer Technologie zur Echtzeit-Analyse von Unternehmensprozessen. Martin leitet die Softwareentwicklung und die technologische Ausrichtung des Unternehmens. Bastian ist zuständig für das operative Geschäft, die Firmenexpansion und die Erschließung neuer Märkte. Alexander steuert das US-Geschäft und ist als Chief Product Owner an der Weiterentwicklung der Technologie beteiligt. Vor der Gründung arbeitete er u.a. für die Munich Re und wurde 2016 vom Wirtschaftsmagazin Forbes zu den „Top 30 Under 30 Europe“ gelistet.


Wie habt Ihr Euch kennengelernt?

Der Grundstein von Celonis wurde an der Technischen Universität München gelegt. Dort haben wir, Alexander der Mathematiker, Martin der Informatiker und Bastian der Wirtschaftsinformatiker, uns im Studium während eines Projekts kennengelernt. In diesem Projekt standen wir vor der Herausforderung eine große Menge an Prozessdaten zu analysieren. Herkömmliche Verfahren zur Datenanalyse stießen jedoch schnell an ihre Grenzen. Deshalb begannen wir selbst eine Software zu schreiben und legten somit die Basis für Celonis. Der Name leitet sich vom griechischen Gott Zelos für „Streben“ ab und betont, dass hinter der Geschäftsidee von Anfang an eine große Vision steckte.


Was genau ist das Besondere an Eurer Geschäftsidee?


Im digitalen Zeitalter sind Unternehmen auf IT-gestützte Prozesse angewiesen. Diese sind in der Regel hochkomplex. Hier setzt unsere innovative Big-Data-Technologie Process Mining an. Mithilfe dieser Technologie können Prozesse automatisch und end-to-end analysiert werden. Dabei werden versteckte Kosten und Schwachstellen aufgedeckt. So wird verborgenes Prozesswissen transparent gemacht und für die Unternehmen nutzbar. Die Analyse ist auf mehrere Terabyte große Datenmengen anwendbar, transparent und visualisierbar. Die Technologie ist sehr universell und kam bisher schon bei über 200 Kunden, wie Siemens und Bayer, aus unterschiedlichen Branchen zur Anwendung.


Wer hat Euch bei der Gründung unterstützt?

Die TU München spielte eine wesentliche Rolle. Einerseits wurden wir von der TUM- Gründungsberatung unterstützt und andererseits durch das EXIST-Gründerstipendium, wodurch wir vor Ort einen Mentor und Arbeitsplätze bekamen.
Seit 2012 sind wir Partner im SAP Startups Focus Programm und seit 2015 Mitglied des SAP PartnerEdge®-Programms, durch das wir Zugang zu zusätzlichen Ressourcen erhalten. Im selben Jahr unterschrieben wir einen globalen Vertrag mit SAP. SAP vertreibt die Process Mining-Technologie von Celonis nun weltweit unter dem Namen SAP® Process Mining by Celonis.


Habt Ihr an Pitches oder Businessplan-Wettbewerben teilgenommen?

Wir wurden bereits vielfach ausgezeichnet. 2015 gewannen wir den Presidential Entrepreneurship Award der TU München. Kurz darauf zeichnete Deloitte uns mit dem Fast50 Award als das „am schnellsten wachsende Technologieunternehmen in Deutschland“ aus. In den letzten zwei Jahren erhielten wir den SAP HANA Award, einen Award für innovative Lösungen.


Was waren die größten Schwierigkeiten, die Ihr auf Eurem Gründungsweg überwinden musstet?

Anfangs war es für uns schwierig, das Vertrauen großer Unternehmen zu gewinnen und sie von unserem Produkt zu überzeugen. Deshalb haben wir uns bewusst an Innovatoren der Branche gewendet, die ein offenes Ohr für neue Technologien haben. Ein weiteres Problem war der richtige Ton. Wir kommunizierten anfangs sehr technisch und konnten unsere Kunden nur schwer vom Nutzen des Produktes überzeugen. Heute haben wir unsere Sprache angepasst, um unsere Argumente glaubwürdig zu vermitteln.
Eine weitere Herausforderung ist das sich schnell wandelnde Umfeld. Wir müssen uns immer wieder auf neue Anforderungen einstellen und unser Produkt weiterentwickeln. Als Letztes gilt es zu beachten, sich selbst treu zu bleiben. Dies bedeutet notfalls auch, dass wir kurzfristige, erfolgsversprechende Chancen ausschlagen, wenn sie nicht zu unserer langfristigen Vision passen.

Welchen Tipp sollten Neugründer unbedingt befolgen?


Stellen Sie den Kundennutzen in den Mittelpunkt und seien Sie nicht zu perfektionistisch! Es ist oftmals besser, mit einem „Minimum Viable Product“ zu beginnen, das nur wenige Features aufweist, den Nutzen für den Kunden aber dennoch erfüllt. Der nächste Schritt ist, das Produkt gemeinsam mit dem Kunden weiterzuentwickeln und es auf seine Bedürfnisse abzustimmen. Dieses Vorgehen spart Zeit, Kosten und reduziert das Risiko. Ein letzter Rat: Angst ist ein schlechter Begleiter, wenn es darum geht, die richtigen Entscheider für sich zu gewinnen. Mitbegründer Alex hat beispielweise SAP-Gründer Hasso Plattner zur richtigen Zeit eine Unternehmenspräsentation in die Hand gedrückt. Dies war der Beginn für die heutige Vertriebspartnerschaft.


Warum habt Ihr Euch für den Standort München bzw. Bayern entschieden?

München ist nach wie vor unser Lebensmittelpunkt. Außerdem ist Celonis an der TU München entstanden, sodass wir uns dafür entschieden, in München zu bleiben. München ist zudem Hauptsitz vieler großer Unternehmen wie zum Beispiel unserer Kunden Siemens und Bayerischer Rundfunk. Nicht zuletzt ist die Stadt ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Technologiebranche und eine der wichtigsten Gründerstädte Deutschlands. Insofern profitieren wir von vielen Förderprogrammen, Events und Netzwerken. Mit über 100.000 Studenten verfügt München zudem über einen großen Pool an potentiellen Mitarbeitern.


Welche Ziele habt Ihr für die Zukunft?

Unser Ziel ist Wachstum, um das Potential unserer Grundlagentechnologie weiter auszuschöpfen. Wir investieren deshalb in den Ausbau unserer Verkaufs- und Serviceinfrastruktur sowie in die Weiterentwicklung unserer Technologie. Wir möchten unsere neue Grundlagentechnologie etablieren, um die Prozesse unserer Kunden mithilfe von Process Mining zu analysieren und zu optimieren. Diese Vision erfüllen wir, indem wir unsere Mitarbeiterzahl kontinuierlich aufstocken. Bis 2020 wollen wir deshalb über 1.000 Mitarbeiter beschäftigen. Außerdem möchten wir unser Geschäft in den USA und in Asien weiter ausbauen. Insgesamt planen wir bis 2020 einen Umsatz von mehreren hundert Millionen zu erzielen und den Börsengang an der US-Technologiebörse NASDAQ zu wagen.


Wo kann ich mehr über Euer Unternehmen erfahren?

Auf www.celonis.com findet Ihr alle Informationen über uns. Was genau Process Mining ist und wie es funktioniert, erfahrt ihr hier.

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