Zehn Schritte zur Unternehmensgründung

Der Weg in die berufliche Selbständigkeit besteht aus vielen kleineren Schritten und bietet zahlreiche Chancen. Deshalb ist eine gute Planung das A und O einer jeden Existenz­gründung. Im Folgenden finden Sie zehn Schritte, die Sie zu Ihrem eigenen Unternehmen führen. Auf diesem Weg gilt das Motto „Eins nach dem anderen“: Es kommt insbesondere darauf an, nichts zu überstürzen und keinen Schritt auszulassen.

Auf dem Weg durch das Labyrinth von notwendigen Behördengängen und wichtigen Entscheidungen, kann Ihnen die Checkliste für Existenzgründer erste Hilfestellung bieten. Bitte zögern Sie nicht, sich bei Ihrem Weg in die Selbständigkeit professionell beraten zu lassen. Das bayerische Vorgründungs- und Nachfolgecoaching unterstützt Sie dabei, indem es einen Teil der Beraterkosten übernimmt. Hilfereiche Unterstützung bietet Ihnen auch das bayernweite Netzwerk des Existenzgründerpaktes mit passenden Ansprechpartnern bei Ihnen vor Ort.


Unternehmerische Persönlichkeit

Ein eigenes Unternehmen aufzubauen oder auch ein bestehendes zu übernehmen, ist ein anspruchsvolles Vorhaben. Die Selbständigkeit verlangt Existenzgründern und Jung­unter­nehmern viel ab: Sie ist unter anderem sehr arbeits- und zeitintensiv und kann mit großem Druck ein­her­gehen. Deshalb ist es wichtig, zu Beginn der Existenzgründung die eigenen persönlichen Voraussetzungen, wie zum Beispiel Fachwissen, Sozialkompetenz und Vor­lieben, kritisch zu prüfen.

Inwiefern Sie zum Beispiel ein Gründer-Typ sind und das Glück eines unterstützenden Um­felds haben, können Sie mit Hilfe dafür konzipierter Tests herausfinden. Unternehmer- und Gründer­tests finden Sie unter anderem bei der IHK (Industrie- und Handelskammer), bei der HWK (Handwerkskammern) und beim Bun­des­wirt­schafts­ministerium.


Geschäftsidee

Eine erfolgsversprechende Geschäftsidee ist die Basis eines jeden Businessplans. Dabei kommt es darauf an, dass das neue Produkt oder Angebot Ihren zukünftigen Kunden einen konkreten Nutzen stiftet – dass Sie ihnen damit also einen echten Mehrwert bieten, für den sie bereit sind, zu bezahlen. Allerdings geht es nicht in allen Geschäftsideen um etwas völlig Neues. Ein Großteil aller Geschäftsideen beruht auf bereits bestehenden Konzepten. Die Gründer haben diese weiterentwickelt, verbessert, oder auf neue Märkte übertragen. Er­ar­bei­ten Sie also auch gezielt Ihre eigene Geschäftsidee und lassen Sie sich ruhig von be­ste­hen­den Angeboten in­s­pi­rie­ren.


Informationsbeschaffung und Beratung

Umfassende, zuverlässige Informationen und fachkundige Beratung können die Risiken, die mit einer Unternehmensgründung einhergehen, deutlich verringern. Standort- und Struktur­daten, Marktstudien und Branchenverzeichnisse sind nur einige Beispiele für wichtige Hin­ter­grund­informationen, die Ihnen helfen können, Ihre Geschäftsidee gezielt auszuarbeiten und Ihren Businessplan zu erstellen. Hilfreich können hier deshalb unter anderem  branchen- und zielgruppenspezifische Hinweise sein. Beratung erhalten Sie beispiels­weise bei den bayerischen  Gründeragenturen und den Netzwerkpartnern. Das Bayerische Wirtschaftsministerium und der Europäische Sozialfonds fördern das Vor­grün­dungs­coaching durch ein spezielles Programm.


Businessplan

Ein guter Geschäftsplan ist ein individuelles Papier, das kurz und prägnant die eigene unter­nehmerische Vision sowie den Weg zur Umsetzung beschreibt und gegebenen­falls bereits erzielte und künftig angestrebte Erfolge darlegt. Verkaufen Sie Banken und Investoren im Businessplan Ihre Geschäftsidee. Überzeugen Sie dabei auch mit Ihrem unter­nehmer­ischen Wissen.

Inhalt und Umfang des Geschäftsplans hängen vom individuellen Vorhaben ab. Neben Aus­führungen zum Gründer sowie zur Geschäftsidee sind üblicher Weise Informationen zu Markt und Wettbewerb sowie zur Finanzplanung Teil des Geschäftsplans. Gliederungs­beispiele und Vorlagen finden Sie unter anderem bei der IHK (Industrie- und Handels­kammer), der HWK (Handwerkskammer), dem IFB (Institut für Freie Berufe) sowie BayStartUP. Beispiele für Formulierungen einzelner Punkte in Businessplänen finden Sie zum Beispiel beim Bundeswirtschaftsministerium (BMWi).

Für weitere Informationen und Hilfestellung können Sie sich an Ihre Partner vor Ort, ins­be­son­dere an die Gründeragenturen, die IHK (Industrie- und Handelskammern), die HWK (Handwerkskammern) und das IFB (Institut für Freie Berufe) wenden. Auch Busi­ness­plan­wett­be­wer­be können beim Erstellen eines Businessplans unterstützen.


Rechtsform

Die Rechtsform bestimmt den gesetzlichen Handlungsrahmen des Unternehmens. Sie wird in der Regel bei der Gründung im Gesellschaftsvertrag festgelegt. Die Entscheidung für eine be­stimm­te Rechtsform ist gut zu durchdenken, denn sie hat eine Vielzahl rechtlicher, finan­zieller, struktureller und persönlicher Konsequenzen (zum Beispiel Haftung, Grundkapital, Au­ßen­wir­kung, Steuern).

Grundsätzlich lassen sich drei Unternehmensformen unterscheiden: Einzelunternehmen zeich­nen sich unter anderem dadurch aus, dass Unternehmer mit ihrem persönlichen Ver­mögen für die Schulden des Unternehmens haften. Gleiches gilt für die Personen­gesell­schaf­ten, etwa die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) und die OHG (Offene Handels­gesell­schaft). Kapital­gesell­schaften bieten im Gegensatz dazu die Mög­lich­keit, die Haftung auf die Höhe der Einlagen zu beschränken, etwa bei GmbH (Gesell­schaft mit beschränkter Haf­tung), UG (Unternehmens­gesell­schaft) oder AG (Aktien­gesell­schaft).

Die Wahl der Rechtsform hängt von verschiedenen Faktoren ab. Weitere Informationen finden Sie unter anderem bei der IHK (Industrie- und Handelskammer) dem IFB (Institut für Freie Berufe) oder auch der Landes­notar­kammer Bayern. Unterstützung bei dieser grund­le­gen­den Entscheidung erhalten Sie zum Beispiel bei Ihrem Steuer­berater, Notar oder Rechts­an­walt sowie Ihren Partnern vor Ort.


Finanzplanung

Die Finanzierungsplanung ist das Kernstück jeder Unternehmensneugründung und -übernahme und nicht zuletzt Basis für Gespräche mit (potenziellen) Kapitalgebern. Die beste Geschäftsidee funktioniert nur, wenn die Finanzierung geklärt und bestmöglich gesichert ist. Durch eine sorgfältige Finanzplanung können Sie ohne unternehmerisches Risiko den Verlauf Ihrer Unternehmung simulieren.

Im Rahmen der Finanzplanung kalkulieren Sie Ihr Gründungskapital. Sie berechnen also, wie viel Geld Sie für die Umsetzung Ihrer Geschäftsidee benötigen. Etwa für Büroausstattung, Waren­lager, Mietkaution, Beratungs-, Energie-, Lebenshaltungskosten und Steuern. Die geplanten Kosten stellen Sie den erwarteten Erträgen gegenüber. Dabei ist wichtig, so zu planen, dass der Kapitalbedarf gedeckt und zusätzlich ein Puffer für Unvorhergesehenes vorhanden ist. Auch die kurzfristigere Liquiditätsplanung mit den Ein- und Auszahlungen ist Teil Ihrer Finanzplanung. Darüber hinaus ermitteln Sie die für Ihr Vorhaben relevanten Finanzierungs­quellen (Eigen­kapital, Fremdkapital).

Sie können sich dabei von Gründungsexperten unterstützen lassen, insbesondere von den Gründeragenturen, den IHK (Industrie- und Handelskammern), den HWK (Hand­werks­kam­mern), dem IFB (Institut für Freie Berufe) sowie dem Netzwerk BayStartUP.


Gründungsformalitäten

Für den Start eines eigenen Unternehmens sind verschiedene Formalitäten zu erledigen. Je nach Branche und Rechtsform müssen Sie Ihr Unternehmen beispielsweise an verschie­de­nen Stellen anmelden und eintragen lassen (Handwerksrolle, Gewerbeamt, Finanzamt, Han­dels­register). Gegebenenfalls benötigen Sie darüber hinaus Ausnahme­bewilligungen / Aus­übungsberechtigungen oder Genehmigungen (zum Beispiel Personenbeförderung, Gast­stätten, Versicherungsvermittlung).

Erkundigen Sie sich – je nach Tätigkeitsbereich – bei Ihrer IHK (Industrie- und Handels­kammer), HWK (Hand­werks­kammer) oder dem IFB (Institut für Freie Berufe), welche Formalitäten für Sie relevant sind oder wenden Sie sich an den Einheitlichen An­sprech­part­ner in Ihrer Nähe. Als weitere Anlaufstelle können Sie das Dienstleistungs­portal Bayern nutzen. Hier können Sie als Gründer und Unternehmer aus dem In- und Aus­land elektronisch mit öffentlichen Stellen in Bayern kommunizieren. Sie können sich dort vor Eröffnung Ihres Unternehmens sowohl über erforderliche Verwaltungs­verfahren in­for­mie­ren und Anträge online verschlüsselt einreichen als auch im weiteren Verfahren sicher mit den zuständigen Stellen kommunizieren.


Standortwahl

Die Wahl des Standorts darf nicht unterschätzt werden. Sie ist in der Regel eine langfristige Entscheidung. Eine eingehende Standortanalyse ist daher unumgänglich. Die Standortwahl hängt unter anderem ab von der Zielgruppe, dem Kundenpotenzial, der Konkurrenzsituation, der Infrastruktur, der Verfügbarkeit von Personal, dem Mietniveau und steuerlichen Aspekten. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf dem Mittelstandsportal des Bayerischen Wirt­schafts­ministeriums, bei der IHK (Industrie- und Handelskammer), bei der HWK (Hand­werks­kam­mer) oder auch bei den weiteren Partnern vor Ort.


Persönliche und betriebliche Absicherung

Ein Verlust der Arbeitskraft durch Unfall oder Krankheit ist ein Problem, das Gründer gern ver­drängen, das Selbstständige und Existenzgründer jedoch besonders hart trifft. Denn im Ge­gen­satz zu Angestellten sind sie in der Regel selbst für ihre Absicherung zuständig, so­wohl privat als auch betrieblich. Für beide Bereiche gilt es deshalb genau abzuwägen, wel­che Ri­si­ken und Gefahren tatsächlich auftreten können und inwieweit diese existenz­bedrohend werden könnten.

Zu den wichtigsten Absicherungen gehören neben der Kranken-, Pflege-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherung auch die Berufs- und Betriebs­haftpflichtversicherung sowie die Alters­vorsorge. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter anderem bei der Landes­notar­kammer Bayern und beim Bundeswirtschaftsministerium.

Aufgrund des unterschiedlichen persönlichen Bedarfs und der stark abweichenden Leistungs­voraus­setzungen empfiehlt sich beim Abschluss entsprechender Verträge ein persönliches Gespräch mit kompetenten Experten und der gründliche Vergleich verschiedener Angebote.


Erfolgreicher Start … und weitere Beratung

Ihr Unternehmen ist erfolgreich gestartet: Herzlichen Glückwunsch!

Nun kommen neue Aufgaben auf Sie als Existenzgründer und Jungunternehmer zu. Sie be­nö­ti­gen zum Beispiel einen professionellen Auftritt gegenüber Kunden und der Öffent­lich­keit, müs­sen die Finanzen im Überblick behalten oder wollen Mitarbeiter einstellen. Zögern Sie nicht, auch bei den weiteren Schritten, die Beratungs- und Coachingangebote in An­spruch zu nehmen oder sich an Ihren Ansprechpartner vor Ort zu wenden. In Fi­nan­zie­rungs­fra­gen bleiben Sie in engem Kontakt mit Ihrem Finanzinstitut.

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